Filialkirche
MARIA HEIMSUCHUNG

Sie steht im Zentrum der Fraktion "Walde" direkt an der alten Durchzugsstraße gegenüber dem "Gasthof zur Post" und ist in der Bevölkerung bekannt als die "Kolagner Kirche". GESCHICHTE Die ersten geschichtlichen Nachweise über ein sakralen Bau an dieser Stelle - das sogenannte "Stöckl" gegenüber dem Gasthof Aigner - stammen aus dem Jahr 1590. Michael Aigner, "Anwaldt und Würdt von Apfhalterspach" baute und finanzierte dort eine "stattliche" Kapelle, die 1641 von "ir hochwürden Weich Bischof zu Brixen... in der Ehre Unser Lieben Frauen Haimbsuchung" eingeweiht wurde. In dieser Kapelle soll sich bei der Taufe eines totgeborenen Kindes 1680 ein Wunder ereignet haben (Votivtafel heute im Museum Schloß Bruck). Nach der Kuratieerrichtung (Stiftung 1651, Ratifizierung 1666) erhielt Abfaltersbach im Jahre 1652 eine eigene Seelsorgsstelle. Der erste Kurat (Bartholomä de Lorenziis - 1652 bis 1662) konnte in den bereits 1645 erbauten Kuratie-Widum unweit von der Mariä Heimsuchungskapelle einziehen und verwaltete nun lt. Kirchenbuch "beede wirdigen Gottsheiser Sanct Anndree zu Apfoltern und der jungst neu erpauten Khirchen Unnser Lieben Frauen Haimbsuchung am Apfalters Pach." 1749 suchte der Abfaltersbacher Wirt Carl Aigner auf Wunsch seines verstorbenen Vaters um Genehmigung zur Erweiterung der Heimsuchungskapelle an. Der Baufortschritt scheint sich jedoch verzögert zu haben, denn in der Pfarrchronik wird 1772 als Baujahr genannt. Johann Anton Aigner, 1702 in Abfaltersbach geboren, Pfarrer in Peuerbach, OÖ., später geistlicher Rat von Passau, trug die Kosten für den Umbau und wurde von seinem Bruder Carl und von Kurat Johann Andrä Aigner (von 1730 bis 1773 Seelsorger in Abfaltersbach und ebenfalls Mitglied der Familie Aigner) kräftig unterstützt. Der Bau der Kirche als Erweiterung der Kapelle wird dem Baumeister Thomas Mayr aus Tristach zugerechnet. Die Hauptfassade im Westen ist gegliedert durch den vorspringenden Turm (Geläute: a-cis-e, Josef-Andreas-Pius, 1955), das Eingangsportal, den mehrfach geschwungenen Giebel und durch Nischen mit den lebensgroßen Statuen des hl. Josef (Blütenstab) und des hl. Johannes des Täufers (Kreuzstab). Südseitig war bis zum Anbau der neuen Sakristei 1997 ein eigener Zugang für die Familie Aigner erhalten. Dieser dient nun als Verbindungstür zwischen Sakristei und Kirche. Am abgesetzten Chor ist nach Osten hin noch die "alte" Sakristei erhalten. Die Weihe der Kirche Maria Heimsuchung erfolgte 1783.

Der Innenraum
Ihr heutiges Aussehen erhielt die Kirche durch die umfassende Renovierung im Jahre 2001, die sich nicht nur auf die künstlerische Ausstattung beschränkte, sondern auch zu wesentlichen baulichen Veränderungen führte (fachl. Beratung und Planung: Dr. Franz Caramelle, Ing. Bernhard Cambruzzi, Arch. Rupert Messner). So wurde ein eigener Eingangsbereich gestaltet, der Aufgang zur Empore konnte in den Kirchenraum verlegt werden und die Orgelempore bekam im Turm einen neuen Zugang. Auch die Fenster des Kirchenschiffes, der Fußboden, die Beichtstühle und das Presbyterium wurden neu gestaltet. Sämtliche Maler- und Restaurierungsarbeiten an Gemälden, Altären, Bildern und Figuren führten die Restaurationswerkstätten der Brüder Pescoller, Bruneck, aus. Die Gewölbe- und Dekorationsmalereien stammen aus den Jahren 1952/52, entworfen und in barocker Art ausgeführt von Wolfram Köberl aus Innsbruck. Die Darstellung "Aufnahme Mariens in den Himmel" schmückt das Tonnengewölbe im Langhaus und im Presbyterium sind die "Geburt Christi" und die "Apostel Petrus und Paulus" dargestellt. Aus der ehemaligen Kapelle stammen die bei der Renovierung 2001 wieder entdeckte barocke "Ewig-Licht-Ampel" (datiert 1699), die Kreuzwegstationen (geweiht 1738) und die Kanzel, die dem Lienzer Tischler Valtiner um 1690 zuzuschreiben ist. Sie wird wohl der älteste Teil in der Kirche sein. Der Hochaltar stammt aus der Zeit um 1840 mit nachempfundenen Bauelementen der Spätrenaissance, mit wuchtigen Doppelsäulen und halbrundem Aufsatz (Relief "Maria Verkündigung) von Josef Stauder (Innichen). Das Altarbild "Maria Heimsuchung" schuf der Tiroler Maler Josef Arnold. Volksaltar und Ambo fertigte der Abfaltersbacher Tischler Johann Rauchegger (2001) an. Über die Orgel findet sich ein Vermerk auf einem Briefkuvert: "Orgel bei Maria Heimsuchung mit zwölf Register, gebaut 1885 von Franz Reinisch". Trotz der hereogenen Ausstattung (Kanzel, Seitenaltäre um 1775, Hochaltar, Orgelempore um 1880, Fresken von Wolfram Köberl 1951/52) bietet der Kirchenraum eine geschlossene Gesamtwirkung. Die beiden barocken Seitenaltäre gehören zur ursprünglichen Einrichtung und sind zu besonderen Anlässen mit Statuen aus der Werkstatt des Osttiroler Barockbildhauers Johann Paterer geschmückt.

Bildmaterial: Dr. Norbert Aichner Text: Alois Fürhapter Quellen: Dr.M.Pizzinini, Pfarrarchiv Abfaltersbach